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Stürzelberger feiert ein seltenes Dienstjubiläum

verfasst von: redaktion am
Gesellschaft 
„Der Challenge Day war für mich der Höhepunkt“: Klaus Bunes arbeitet seit 50 Jahren für die Stadt

Dormagen. Als er 1967 seine Ausbildung bei der Stadtverwaltung in Zons begann, bestand seine erste Aufgabe jeden Morgen darin, den Kamin im Büro des Stadtdirektors anzufeuern. „Das war noch eine völlig andere Zeit, als Lehrling musste man damals allgemein in Betrieben zum Beispiel auch Brötchen holen oder die Post durchs Haus tragen“, erzählt Klaus Bunes. Das Rathaus befand sich noch im ehemaligen Kloster, das kurze Zeit später abgerissen wurde. Gut erinnert sich Bunes an den dicken Balken, der im Büro des Stadtdirektors die durchhängende Decke abstützte.

Jetzt konnte der Stürzelberger sein 50-jähriges Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung feiern. „Das ist schon ein seltenes Ereignis und ein Grund, sich herzlich zu bedanken“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. In seiner ruhigen, sympathischen Art hat Bunes viele Stationen innerhalb der Verwaltung durchlaufen. Lange Zeit arbeitete er im Einwohnermeldeamt.

Noch zu Zeiten der selbstständigen Stadt Zons durfte er hier mehrfach die Umzugskartons packen. Vom alten Kloster ging es zunächst in die Grundschule an der Kurfürstenstraße und dann in die Stürzelberger Schule. Nach der Kommunalen Neugliederung 1975, als sich die Städte Dormagen, Zons und das Amt Nievenheim zusammenschlossen, saß Bunes wieder in der Zonser Altstadt im Bürgerhaus.

Das Näherrücken mit neuen Kolleginnen und Kollegen brachte ihm privat viel Glück. Denn bei der Verwaltung lernte er seine Ehefrau Irene kennen, die im Dormagener Meldeamt arbeitete. Auch er selbst wechselte dann in die Stadtmitte zum Sozialamt, das sich in der heutigen Caféserie Lemke an der Kölner Straße befand. „Wenn dort die Lastwagen vorbeidonnerten, musste man seinen Schreibtisch festhalten“, erinnert er sich an die Zustände vor der Einrichtung der Fußgängerzone.

Besonders gern denkt Bunes an seine Jahre in der Sportverwaltung zurück. Hier organisierte er unter anderem die großen Volkswandertage, die früher jedes Jahr in einem anderen Stadtteil starteten. 1992 gehörte er auch mit zum Organisationsteam des legendären „Challenge Day“. In einem Städtewettbewerb konnte sich Dormagen damals gegen Potsdam, Paderborn und das australische Pallarat durchsetzen – in allen Ortsteilen wurde dazu fleißig Sport getrieben. „Das war für mich der Höhepunkt, da habe ich zwei Tage lang fast am Stück durchgearbeitet“, so Bundes.

Als passionierter Leistungssportler und Marathonläufer nahm er zunächst an einem 48-Kilometer-Lauf durch alle Stadtteile teil und trat dann seinen Dienst im Organisationsteam an. Der Sieg wurde am Ende gemeinsam auf dem Ratshausplatz gefeiert, wo auch die „Höhner“ spielten. „So brechend voll habe ich den Platz noch nie gesehen wie bei diesem Fest“, sagt Bunes.

Vom Sportbereich führte ihn sein Weg weiter ins Ordnungsamt und schließlich in den Bereich „Soziales Wohnen“. Dort half der Verwaltungsfachwirt in den vergangenen Jahren mit, die vielfältigen Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung zu bewältigen. Für ihn wird dies die letzte berufliche Station sein, denn im Juni 2018 geht er in den Ruhestand. Seine Kollegen werden ihn sicher vermissen, denn er gehört zu den Urgesteinen im Rathaus.

So ist er wahrscheinlich auch der einzige Mitarbeiter, der seit 50 Jahren regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt – und das bei jedem Wetter. „Das werde ich noch bis zum Schluss durchhalten“, verspricht er. Ein bisschen stolz ist er genauso darauf, dass er der letzte aktive Kollege im Rathaus ist, der noch bei der alten Stadt Zons gearbeitet hat.

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