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27. Festival Alte Musik Knechtsteden - Vorverkaufsstart am 9. Mai

verfasst von: redaktion am
Kultur 
Beethovens Fünfte // Telemanns Markuspassion // Buxtehudes Jüngstes Gericht // Midori Seiler + Kristian Bezuidenhout // Heinavanker // Dorothee Mields // Kai Wessel

Dormagen. Es geht ums „ÜberLeben“: So lautet das Thema des 27. Festivals Alte Musik Knechtsteden im Gedenkjahr 2018. In rund 10 Veranstaltungen zieht das Festival Parallelen vom Beginn des 30jährigen Krieges vor vierhundert Jahren und dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 zum aktuellen Geschehen. Das Festival begegnet vom 22. bis 29. September Überlebensstrategien, Friedensbotschaften und Schicksalsmusiken von Mittelalter über hochbarocke Meisterwerke bis zur Zwölftonmusik des 20. Jahrhunderts. Am 9. Mai startet der Kartenvorverkauf.

Tod, Gericht, Himmel und Hölle: Letzte Dinge zu Auftakt und Abschluss:
Im Auftaktkonzert wird neben Beethovens Fünfter - seiner Schicksalssymphonie - das selten aufgeführte Oratorium „Die vier letzten Dinge“ des Mozart-Schülers Joseph Eybler unter der Leitung von Hermann Max mit der Rheinischen Kantorei und dem Hamburger ensemble reflektor zu erleben sein. Zu einem Eifersuchtsdrama hat Tolstoi die Intimität von Beethovens Kreutzer-Sonate in seiner gleichnamigen Novelle inspiriert.

Stargäste Midori Seiler und Christian Bezuidenhout musizieren Beethovens berühmte Violinsonate, zu denen Rainer Iwersen aus dem zeitlosen Beziehungs-Psychogramm des russischen Dramatikers liest. Von Telemanns Markus-Passion lässt Hermann Max in einem weiteren Highlight mit Rheinischer Kantorei und dem Kleinen Konzert den Videokünstler Valerij Lisac Parallelen zu Verfolgten und Mutigen der Weltgeschichte ziehen.

Den Kreis der letzten Dinge schließt das Abschlusskonzert, wenn Hermann Max am 29. September Buxtehudes „Jüngstes Gericht“ in einer Edelbesetzung mit Solisten wie Dorothee Mields und Kai Wessel und dem Kleinem Konzert am 29. September aufführt. Die apokalyptischen Bilder des Hieronymus Bosch stimmen als düstere Kulisse darauf ein – zu erleben in der Stadtbibliothek Dormagen.

Visionen von einer besseren Welt: Simplicissimus und Advanced Democracy
Das Ensemble all’impriviso geht mit Lesung, Tanz und Musik den Abenteuern des Simplicissimus Teutsch nach. In einem Familienkonzert lassen sie Christoffels „tumben Thor“ aus dem 30jährigen Krieg im Knechtstedener Bullenstall satirisch der Welt den Spiegel vorhalten. Die Gregorianische Nacht hat in diesem Jahr das Ensemble Heinavanker zu Gast.

Die Gregorianik-Spezialisten aus Estland lassen in der romanischen Basilika die Zeit der (oft gewaltsamen) Christianisierung der baltischen Stämme im Mittelalter auferstehen. Bachs Kunst der Rhetorik in seinen Präludien und Fugen entdeckt wiederum die Heidelberger Organistin Beate Rux-Voss zusammen mit dem Kölner Rhetorik-Professor Karl-Heinz Göttert an der 2015 eingeweihten Kampherm-Orgel in der Dormagener Christuskirche in einem neuen AfterWork-Format.

Ein Versprechen für eine bessere Welt sind schließlich die Vokalwerke im Chorkonzert mit der preisgekrönten Vokalformation Vox Bona unter der Leitung von Karin Freist-Wissing. Der Konzerttitel „Friede auf Erden“ greift Schönbergs gleichnamiges Monumentalwerk auf und stellt Motetten von Bach, Mendelssohn und Brahms mit Werken des 20. Jahrhunderts gegenüber. Brittens „Advanced Democracy“ wird hier programmatischer Kontrapunkt des ÜberLebens.

WDR und Deutschlandfunk begleiten das Festival auch in diesem Jahr mit Aufzeichnungen. Der WDR wird Telemanns Markus-Passion und Das Jüngste Gericht von Dietrich Buxtehude mitschneiden, der Deutschlandfunk die Gregorianische Nacht. Das Eröffnungskonzert wird live auf der Facebook-Seite des Festivals in einem Videostream übertragen.

Anmerkung: Weitere Informationen unter www.knechtsteden.com.
22.-29. September 2018

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